Schulprojekt „Kleine Schule“

Wadzeck-Stiftung-Schulprojekt-5.1.-(2)Das Schulprojekt der Wadzeck-Stiftung ist ein ganzheitliches Förderkonzept für Grundschulkinder, deren Verhaltensauffälligkeiten eine erfolgreiche schulische Bildung in einer Regelschule unmöglich machen. Häufig haben diese Schülerinnen und Schüler einen sonderpädagogischen Förderbereich im Bereich „emotional-soziale Entwicklung“. Das Schulprojekt steht Kindern offen, die entweder in einer Wohngruppe oder einer Tagesgruppe der Wadzeck-Stiftung untergebracht sind.

Das Hauptziel des Schulprojektes besteht darin, schuldistanzierten Kindern bzw. in normalen Regelschulbetrieb zeitweise nicht integrierbaren Kindern die Reintegration in die Regelschule und damit eine erfolgreiche Schul-karriere zu ermöglichen. Durch ihre Schwierigkeiten im Bereich des sozialen Handelns sind sie in eine Außenseiterrolle geraten und haben meist ein negatives Selbstbild, Versagensängste, Aggressionen oder Depressionen, Verweigerungshaltungen und oft auch autoaggressive Verhaltensweisen entwickelt. Diese Denk- und Verhaltensweisen gilt es aufzulösen und durch neue, positive und gesellschaftskonforme Denk- und Verhaltensweisen zu ersetzen.

Dies wird über individuelle Förderpläne für jedes Kind, die die Bereiche Verhalten /Sozialisation und Schulleistungen umfassen, realisiert. Förderziele im Bereich „Soziale Kompetenzen“ sind beispielsweise Aufbau und Stärkung der Selbstkontrolle, Reflexion des eigenen Verhaltens und der Aufbau alternativer Handlungs- und Konfliktlösungsstrategien. Im Bereich „Schulische Qualifikation“ wird vor allem an der Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, am Aufbau der Lernmotivation und an einer realistischen Selbsteinschätzung gearbeitet. Außerdem wird versäumter Unterrichtsstoff nachgeholt und unterschiedliche Arbeitstechniken werden erlernt und eingeübt.Wadzeck-Stiftung-Schulprojekt-5.1.

Der Unterricht findet in zwei kleinen Lerngruppen mit jeweils maximal acht Kindern statt. Die Schülerinnen und Schüler werden von einem inter-disziplinären Team, bestehend aus einer Sonderpädagogin und einer Sozialpädagogin/einem Sozialpädagogen, täglich von 08.15 Uhr bis 13.00 Uhr, dienstags und freitags bis 12.00 Uhr unterrichtet. Der Schultag gliedert sich in drei bzw. vier Arbeitsphasen á 45 Minuten, die von mindestens 15-minütigen Pausen unterbrochen sind. In der ersten Phase wird an einem Wochenthema gearbeitet, der Schwerpunkt in der zweiten Phase liegt auf den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch und in der dritten Phase wird kreativ-handwerklich gearbeitet. Am Ende eines jeden Unterrichtstages werden in einer gemeinsamen Schlussrunde die individuelle Arbeitsleistung sowie das Sozialverhalten reflektiert und Methoden für eine realistische Selbsteinschätzung aufgezeigt. Der Freitag ist gemeinsamen Gruppenaktivitäten wie Kochen, Gestaltung der Gruppenräume, Museums- und Kinobesuchen gewidmet.

Zeitpunkt und Dauer einer Überleitung vom Schulprojekt in die Regelschule ist für jedes Kind individuell festgelegt. In der Regel besuchen die Schülerinnen und Schüler stunden- oder phasenweise den Regelunterricht in Begleitung eines Schulprojekt-Mitarbeiters. Nach und nach wird die Teilnahmezeit verlängert und die Begleitung reduziert, bis das Kind allein am Unterricht teilnehmen kann. Geschieht das problemlos, soll das Kind schnell voll in die Regelschule integriert werden. Sollte ein begleiteter Schulbesuch über längere Zeit oder regelmäßig über mehrere Tage in der Woche nötig sein, ist zu prüfen, ob das durch die Regelschule (Schulhelfer) oder die Eltern organisiert werden kann.