Aktuelles

Wieder allein laufen – Jugendhilfe in der Diakonie

Jugendhilfe in der Wadzeck-Stiftung

Marcel spricht über seine Kindheit und Jugend, die er im Alter von 4- 18 Jahren in der Wadzeck-Stiftung verbracht hat.

 

 

 

1.Flohmarkt in der Wadzeck-Stiftung

Auf Wunsch unserer Kinder haben wir den ersten Flohmarkt auf unserem Gelände veranstaltet.

Das Wetter hat mitgespielt und wir konnten bei strahlendem Sonnenschein die Stände aufbauen. Unsere Kinder hatten fleißig gebastelt , so dass die Wadzeck-Stiftung mit 2 Spendenständen vertreten war. Es gab Kaffee und Kuchen gegen eine Spende und Selbstgebasteltes ! Die Gruppen haben uns unterstützt in dem sie Kuchen backten und auch die externen Stände, die sich angemeldet haben, brachten Kuchen mit – das waren 2 habt herzlichen Dank ! (Sogar eine Frau, die nicht aktiv am Flohmarkt teilnahm, brachte uns Kuchen und eine Spende) Nächstes Mal mehr – hoffentlich !

Es war ein wirklich schöner Nachmittag, bei dem nicht nur die Kinder die verkauften viel Spaß hatten. Es gab viele schöne Momente :

  • Die gegenseitige Unterstützung beim Auf – und Abbau
  • Die vielen Kuchenspenden
  • Die Besuche von Gemeindemitgliedern
  • Die Besuche eines ehemaligen Klienten und einer ehemaligen Mitarbeiterin
  • Der Spaß der Kinder wenn sie etwas für wenige Cent verkauft haben
  • Die Teilnahme von Eltern unserer Kinder
  • Die Teilnahme einer Gruppe aus Lichtenrade, die extra mit dem Bulli angereist ist
  • Die Unterstützung durch viele Mitarbeiter aus Hauswirtschaft, Gruppen, Suki-Team und PTL

Stolz können wir verkünden, dass der Wunsch unserer Kinder nach neuen Go-Karts ein Stück näher gerückt ist und wir dem Heimrat (der aus Vertretern unserer Kinder für ihre Gruppen besteht )sagen können : Es sind 113,77 Euro zusammen gekommen.

Fazit war bei allen – sowas können wir nochmal machen !!  

 

 

WIR LADEN EIN ZUM ERSTEN FLOHMARKT IN DER WADZECK-STIFTUNG

Am kommenden Samstag den 30. September veranstalten wir in der Zeit von 14.00-17.00h einen Kinderflohmarkt auf unserem Gelände, der mit der Einladung an unsere Gemeinde verbunden ist, uns im Monat der DIAKONIE besser kennen zu lernen !

Wir freuen uns über Trödler, Besucher, Neugierige, Interessierte …

 

 

 

Dankeschön an die Evangelische Kirchengemeinde Johannes

Ein aufregender Sonnatgvormittag liegt hinter uns.

Die ev. Kirchengemeinde – unsere Gemeinde – Johannes, hat uns, die Mädchengruppe zum Gottesdienst eingeladen. Aus dem gemeindeinternen Kinderhilfsfond wurde die Mädchengruppe mit 350 Euro unterstützt. Ein symbolischer Scheck sollte nun im Gottesdienst überreicht werden.

Mit 8 Mädchen machten wir uns auf den Weg. Die Mädchen von 5- 15 Jahren bekamen eine Vielzahl neuer Eindrücke, was bereits mit dem Läuten der Kirchenglocken begann. Der Kirchraum, die Pfarrerin, die Übergabe und der Kindergottesdienst hinterließen bleibenden positiven Eindruck.

Auch beim anschließendem Kakaotrinken mit einigen Mitgliedern der Gemeinde hatten die Kinder Freude, wurden herzlich angenommen und beantworteten gern viele Fragen zu ihrer Gruppe und was sie dort machen.

Ein erneuter Besuch scheint nicht ausgeschlossen …

Herzlichen Dank für die Unterstützung !

 

 

Ehrenamt ist Ehrensache

Die Berliner Sparkasse macht den September zum Ehrenamtsmonat: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich tatkräftig für Projekte in ihrem Kiez.

Um Unternehmensspenden und persönliches Engagement sinnvoll zu verknüpfen, veranstaltet die Berliner Sparkasse im September bereits zum vierten Mal den Ehrenamtsmonat: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Projekte und Initiativen vorgeschlagen, die von der Berliner Sparkasse mit einer Spende finanziell unterstützt werden. Gleichzeitig widmen die Mitarbeiter den Einrichtungen ihre Freizeit und helfen mit Tatkraft bei der Umsetzung der Projekte.

Dieses Jahr durfte sich die Wadzeck-Stiftung und ihre Kinder über die tatkräftige Unterstützung freuen: Wiederbegrünung des Hofes, Waisenhaus der Wadzeck-Stiftung (Steglitz-Zehlendorf)

Kinder, Mitarbeiter und Ehrenamtliche haben in einer gemeinsamen Aktion ein tolles und grünes Ergebniss geschaffen – alle hatten viel Freude dabei !

Wir möchten uns herzlich für diesen tollen Vormittag und die wunderschönen Pflanzen bedanken !!!

 

 

Jugendhilfe – ein Film über Chancen

Im Arbeitsbereich Jugendhilfe sind verschiedene Träger und Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe organisiert. Die Angebote der Träger reichen von stationären Hilfen, Jugendklubs und Schulsozialarbeit, von Ausbildungsangebote für Jugendliche bis hin zu Beratungsstellen für Schwangere, Paare und Familien.

Der Arbeitsbereich der Jugendhilfe im Diakonischen Werk ist im Fachverband Evangelische Jugendhilfen e.V. (FEJ) organisiert. Ziel des Fachverbandes ist es, zur Qualifizierung der Arbeit unserer Mitglieder durch Beratung, Weiterbildungsangebote und Interessensvertretung einen Beitrag zu leisten.

Wir freuen uns, dass sich einer unserer Jugendlichen bereit erkärt hat bei diesem Film mitzuwirken. Die Aufnahmen der Beschreibung eines Lebens in einem Kinderheim entstanden in den Räumlichkeiten einer unserer WAB-Gruppen.

 

 

 

Das Kinderdorf der Wadzeck-Stiftung hat einen

neuen VW-Bus !!

gefördert von …            

Glück,
das sich vermehrt

Mit deinem Los werden Projekte in ganz Deutschland gefördert.

Aktion Mensch schreibt auf ihrer Hompage:

„Ziele

Die Aktion Mensch ist seit ihrer Gründung als Aktion Sorgenkind im Jahr 1964 eine der erfolgreichsten Organisationen im sozialen Bereich. Sie orientiert sich an den Ideen der Menschlichkeit und Solidarität, dem Streben nach sozialer Gerechtigkeit, dem Recht auf Selbstbestimmung und auf Teilhabe aller Menschen in unserer Gesellschaft.

Diese Ziele verfolgt sie mit zwei wesentlichen Arbeitsschwerpunkten: Erstens mit der Förderung von Projekten und Einrichtungen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe, der Hilfe für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten sowie – seit 2003 – der Kinder- und Jugendhilfe. Zweitens durch umfangreiche Aufklärungsmaßnahmen, die zu einem offenen und positiven gesellschaftlichen Klima für diese Themen beitragen sollen.

Möglich machen dies rund 4 Millionen Menschen, die sich regelmäßig an der Aktion Mensch-Lotterie beteiligen. Dieses Vertrauen ist das eigentliche Kapital der Aktion Mensch. Ihre besondere Kompetenz liegt in der Kunst, die Erlöse aus Lotterie und Spenden zielgerichtet weiterzugeben. Erfolge bemessen sich nicht allein an der Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel, sondern vor allem an ihrer Wirkung – daran möchte auch die Aktion Mensch gemessen werden.“

Auch das Kinderdorf der Wadzeck-Stiftung konnte nun von dieser Förderung profetieren und ist dankbar für dir Finanzierung eines neuen VW-Buses.

So schön der Standort des Kinderdorfs weitab der Großstadt auch ist (er wird von Jugendämtern stark nachgefragt, um Kinder und Jugendliche aus Krisensituationen in reizarmer Umgebung betreuen zu lassen und ihnen dort eine angemessene Entwicklung zu ermöglichen), so abgelegen ist er auch, so dass er nur selten vom ÖPNV angefahren ( 6x an Wochentagen)wird.

Die betreuten Kinder sind meist aufgrund ihrer Beeinträchtigungen nicht in der Lage, den Weg von ca. 1200m zur Bushaltestelle bzw. die Fahrt mit ÖPNV ohne Zwischenfälle zu bewältigen. Sie wurden deshalb von Mitarbeitern mit Auto zu verschiedenen Schulen gebracht und zu unterschiedlichen Zeiten wieder abgeholt. Medizinisch und therapeutisch wurde und werden die Kinder und Jugendlichen im Landkreis, der Kreisstadt Lübben oder in Berlin versorgt . In der Freizeit wurde und werden die Bewohner mit jährlich zu vielen Veranstaltungen des öffentlichen Lebens in Vereinen, Verbänden usw. gefahren, mit unterschiedlichen Trainingszeiten in der Woche und Spielen am Wochenende. Andere Kinder nehmen an Reitkursen teil bzw. sind Mitglied der Jugendfeuerwehr. Da in den für uns zuständigen Schulen derzeit kein Schwimmunterricht stattfindet und das Kinderdorf an einem See liegt, werden für Nichtschwimmer Schwimmkurse im nächsten Schwimmbad in Lübbenau organisiert.  Ausflüge an den Wochenenden mit den Kindern und Jugendlichen sowie Ferienfahrten wurden mit eigenen Fahrzeugen durchgeführt.

Um die Kinder weiterhin wie gewohnt befördern zu können, wurde ein Förderantrag bei Aktion Mensch gestellt , um dies mit einem dem Kinderdorf zugehörigen VW-Bus tun zu können. (Ersparte Reserven wurden zur Instandhaltung des alten Transporters aufgebraucht.)

Den betreuten Kindern und Jugendlichen soll eine Teilhabe an der Gesellschaft so gut es geht ermöglicht werden, wie sie unbelastete Kinder in ihrem Elternhaus in der Regel auch erfahren. Hauptziel ist es deshalb, ihnen den Weg in die Schule, Freizeit, Medizinischer Versorgung und zu den Familien  genauso zu gewährleisten.

Und das Kinderdorf bekam einen positiven Förderbescheid !

Die Übergabe des VW-Busses erfolgte im Juli 2017 und wurde auch feierlich zum 20 jährigen Jubiläum präsentiert.

Von da an – ist er täglich im Einsatz !

Danke Aktion Mensch !

 

 

 

Sommerfest in der Wadzeck-Stiftung

Ein Rückblick ins Mittelalter mit ganz viel Freude für Kinder und

Mitarbeiter ….

Ihr findet das ganze Album unter :

https://www.facebook.com/WadzeckStiftung/

 

 

25 Jahre Kinderrechte – Kinderrechte in der Wadzeck-Stiftung

Genau vor 25 Jahren, am 5. April 1992, trat die UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland in Kraft . Kinderrechte sind Menschenrechte und in fast allen Staaten der Welt geltendes Recht.

Gesellschaftlich sind die Kinderrechte eine wichtige Errungenschaft. Sie unterstützen, dass Kinder geschützt aufwachsen, individuell nach ihren Fähigkeiten gefördert und ihre Meinungen bei sie betreffenden Angelegenheiten berücksichtigt werden.

Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, das Recht auf Mitbestimmung und das Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung.

In den letzten 25 Jahren haben Kinderrechte das Leben von Kindern in vielerlei Hinsicht verbessert.

Auch bei uns haben sich Kinder und Mitarbeiter mit dem Thema Kinderrechte auseinandergesetzt und gemeinsam eine Broschüre erstellt, die am 19. Juni 2017 im Heimrat unserer Stiftung und im Heimrat des Kinderdorfes „Märkische Heide“ feierlich übergeben wird.

Sie beinhaltet die Rechte und Pflichten der Kinder und Jugendlichen, die bei uns leben und betreut werden.

Rechtekatalog für unsere Kinder und Jugendlichen

„Meine Rechte

und die der Anderen“

Wir danken allen Kindern und MitarbeiterInnen, die an der Entwicklung und Gestaltung des Rechtekatalogs beteiligt waren.

Liebe Mädchen und Jungen,

dies ist der Rechtekatalog der Wadzeck-Stiftung für Kinder. Hier kannst Du nachlesen, welche Rechte Du hast, wo es Einschränkungen Deiner Rechte gibt und auch, wie und wo Du Dich beschweren kannst. Wenn Du Anregungen, Wünsche oder Beschwerden hast, kannst Du Dich an Deine Erzieher oder die Personen am Ende dieser Broschüre wenden.

Jeder Mensch hat Rechte (und Pflichten), Du auch. Dieses Heft zeigt Dir Deine Rechte auf, wenn Du bei uns wohnst oder betreut wirst. Und es gibt einige Hinweise auf Deine Pflichten. Sie zeigt ebenfalls, wenn und warum es auch Einschränkungen von Rechten gibt.

Die Rechte von Mädchen und Jungen sind durch Gesetze, z.B. durch das Jugend­schutzgesetz sowohl begründet als auch begrenzt. Das Rauchen oder Alkohol trinken ist Kindern bspw. gesetzlich verboten.

Die Rechte stehen oft im Zusammenhang mit anderen Rechten, z. B. dem Personen­sorgerecht. Solange Du noch nicht 18 Jahre alt bist, haben Deine Eltern oder Dein Vor­mund die Personensorge, d. h. sie haben das Recht und die Pflicht, Entscheidun­gen für Dich zu treffen.

Wenn Du nicht mit deinen Eltern zusammen wohnst, wird diese Aufgabe Deinen Pflegeeltern oder dem Erzieherteam in Deiner Gruppe in Absprache mit Deinen Eltern oder Deinem Vormund übertragen. Sie haben dann das Recht und die Pflicht, Entscheidungen für Dich zu treffen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Fragen der Schule, der medizinischen Behandlung, der Freunde, von Freizeitaktivitäten oder Ausgangszeiten handeln.

Was ist wichtig für Dich?

Je nach Alter und Entwicklungsstand, wirst Du am Hilfeplangespräch und auch bei anderen wichtigen Entscheidungen beteiligt und Deine Wünsche werden nach Mög­lich­keit berücksichtigt, denn es geht ja um Dich. Je älter Du wirst, umso mehr kannst Du mitentscheiden. Es kann aber vorkommen, dass es keine Lösung gibt, mit der alle ein­verstanden sind. Dann werden dir die Betreuerinnen und Betreuer ihre Entschei­dung immer begründen.

Solltest Du Dich allerdings ungerecht behandelt fühlen, hast Du das Recht, Dir Hilfe zu holen. Die Adressen findest Du am Ende der Broschüre. Wenn Du in einer Wohngruppe lebst, hast Du die Mög­lich­keit, Dir von Deinem Gruppensprecher oder Deiner Gruppensprecherin Unter­stützung zu holen und Dich zum Beispiel auch in einem klärenden Gespräch begleiten zu lassen. Auch bei Gesprächen außerhalb der Einrichtung (z. B. Schule) kannst Du Dir eine Person auswählen, die Dich dann begleitet und Dich unterstützt.

Du hast das Recht auf Kontakt zu wichtigen Personen für Dich. Es kann aber manchmal notwendig sein, dass Kon­takte zu Deiner Familie, zu Freunden oder sonstigen Personen eingeschränkt, begleitet oder ganz unterbun­den werden. Das wird mit Dir im Hilfeplangespräch besprochen und die Gründe werden Dir mitgeteilt und erklärt. Einige Rechte, wie z.B. Schule, Freizeit, Ausgang, Besuche usw. kannst Du so weit wie möglich mit Deinen Eltern oder Deinem Vormund und Deinen Betreuer­innen und Betreuern abstimmen. Je nach Alter und Entwicklungsstand wer­den Deine Wünsche berücksichtigt. Je älter Du wirst, umso mehr kannst Du mitentscheiden.

Du hast Rechte,

die anderen auch!

Das bedeutet, Deine Rechte in der Wadzeck-Stiftung sind auch durch die Rechte anderer Menschen begrenzt. Sie sind z. B. dort begrenzt, wo laute Musik von Dir die Nachbarn stört. Die Musik darf nur so laut sein, dass Mit­bewohner/innen keinen Grund zur Beschwerde haben.

Oder ein anderes Beispiel: Du darfst Deine Meinung frei äußern, solange Du niemand anderen dadurch beleidigst und verletzt.

Niemand darf Dich ein- oder aus­sperren. Hier gibt es jedoch auch Ausnahmen in Gefahrensituationen. Die Betreuerinnen und Betreuer haben die Pflicht, Gefahren von Dir und anderen abzuwenden. Wenn Du Dich oder andere gefährdest, können die Betreuerinnen und Betreuer Dich festhalten oder Dir ver­weigern, die Gruppe zu verlassen.

Behalte diesen Rechtekatalog, damit Du nachlesen kannst, wenn Dir etwas unklar ist. Bei Fragen kannst Du Dich an Deine Bezugsbetreuerin oder Deinen Bezugsbetreuer sowie an jeden Mitarbeitenden der Wadzeck-Stiftung oder an die Leitung wenden.

Wir wünschen Dir, dass Du Dich bei uns wohlfühlen kannst und Vertrau­en zu uns fasst, um eine gute Entwicklung zu nehmen.

MitarbeiterInnen und Leitung der Wadzeck-Stiftung

Rechte einer jeden Person – Grundrechte –

 Ich habe das Recht …

  • auf meine eigene Meinung.
  • dass meine Ideen und Wünsche ernst genommen werden (siehe: Beteiligung).
  • dass meine persönlichen Themen vertraulich behandelt werden (Datenschutz).
  • auf meine eigene Post (Briefgeheimnis).
  • auf respektvollen Umgang miteinander.
  • meine Gefühle zu zeigen.
  • dabei unterstützt zu werden, meine Fähig­keiten und Stärken herauszufinden.
  • dass ich meinen eigenen Geschmack entwickeln kann (z.B. Kleidung, Frisur und Schmuck).
  • auf mein eigenes Zimmer als Rückzugsmöglichkeit.

„Eigenes Zimmer“ bedeutet nicht: Eigentum im Sinne von Besitz, sondern ein zugeteilter Bereich (Einzel- oder Doppelzimmer), der den Kindern und Jugendlichen für ihren Aufenthalt in der Wadzeck-Stiftung zusteht.

  • eigene Hobbys zu pflegen und bei meiner Freizeitgestaltung mitzubestimmen.
  • Besuche zu empfangen (z. B. Familienkontakte einzufordern oder abzu­lehnen).

Recht auf Unversehrtheit –‚Recht‘ dazu zu gehören –

Ich habe das Recht …

  • auf Schutz vor Gewalt.
  • auf einen Ort, an dem ich mich sicher und wohl fühlen kann.
  • auf einen Platz in der Gesellschaft
    (z.B. eigene Familie, meine Gruppe, Vereinsmitgliedschaft).
  • mit meinem kulturellen Hintergrund (z.B. Glaube, Sprache, Hautfarbe, Geschlecht) respektiert zu werden.
  • auf Kontakt mit meiner Familie unabhängig von meinem Verhalten
    in meiner Wohngruppe.

Es kann notwendig sein, dass Kontakte zu bestimmten Personen begleitet, eingeschränkt oder ganz unterbunden werden. Die Gründe dafür werden im Hilfeplangespräch mitgeteilt.

  • dass meiner Familie und meiner Herkunftsgeschichte mit Wertschätzung begegnet wird.
  • über meine Familie und meinen bisherigen Lebensweg altersgemäß
    informiert zu werden.

Recht auf Versorgung

Ich habe das Recht …

  • auf regelmäßiges, gesundes und ausreichendes Essen und Trinken.
  • auf ein ausreichend großes und warmes Zimmer
    (manchmal auch mit Anderen gemeinsam).
  • auf altersangemessenes Taschengeld.
  • auf Ruhezeiten und Schlaf.
  • auf (nicht nur: medizinische) Versorgung, wenn ich krank bin.
  • auf ausreichende und angemessene Kleidung.
  • auf altersgemäße Spielmaterialien.

Recht auf Erziehung

Ich habe das Recht …

  • auf eine gewaltfreie Erziehung. Niemand darf mich schlagen, verletzen, beleidigen, demütigen oder mich zu sexuellen Handlungen zwingen.
  • auf Freiräume, aber auch auf Grenzen (z.B. gegenüber Anderen).
  • in allen Bereichen meiner Entwicklung gefördert zu werden und
    auf be­sondere Hilfe, wenn ich etwas (noch) nicht gut kann.
  • Fehler zu machen und daraus zu lernen.
  • erklärt zu bekommen, wie ich mich in verschiedenen Situationen verhalten kann.
  • auf Aufklärung und Beratung zu Themen wie z. B. Gefühle, Gesundheit und Sexualität.
  • auf Unterstützung, Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen.

Recht auf Beteiligung

Ich habe das Recht …

  • bei allen Dingen, die mich betreffen, altersgemäß informiert, gehört und
    gefragt zu werden.
  • beim Hilfeplangespräch beteiligt zu sein (so gut und so lange, wie ich es schaffen kann) und wichtige Dinge anzusprechen.
  • dass meine Wünsche gehört wer­den und mit mir besprochen wird, ob und wie diese erfüllt werden können.
  • wenn meine Wünsche nicht erfüllt werden, die Gründe dafür zu erfahren.
  • in Absprache und gemeinsam mit meiner/m Bezugsbetreuer/In Einblick in meine Akte zu nehmen, entsprechend der gesetzlichen Regelungen und altersgemäß informiert zu werden.
  • den Tag mit zu gestalten (z. B. bei Freizeit und Essen).
  • mit zu entscheiden, wie mein Zimmer gestaltet wird.
  • dass ich meine Ideen und Fähigkeiten bei der Mitgestaltung von Festen, Projekten und Ferienfreizeiten mit einbringen kann.

Recht auf Eigentum

Ich habe das Recht …

  • auf eigene Sachen (z.B. Spielzeug)
  • zu entscheiden, wer meine Sachen benutzen darf
    (siehe „beschränkte Geschäftsfähigkeit“ § 106 ff. BGB)
  • auf mein Taschengeld, ohne dass mir davon wesentliche Teile
    abgezogen werden.
    (siehe „Taschengeldparagraph“ § 110 BGB)

In der Wadzeck-Stiftung wird ein kleiner Teil vom Taschengeld für größere Ausgaben gespart. Dieses Geld wird gleich einbehalten und auf ein Konto eingezahlt. Bei besonderem Bedarf wird es in Rücksprache mit Deinem/r Erzieher/In ausgehändigt.

  • auf ein Zimmer in der Wadzeck-Stiftung
    (manchmal auch mit Anderen gemeinsam)
  • dass meine Wertsachen sicher aufbewahrt werden.

Recht auf Bildung

Ich habe das Recht …

  • auf Unterstützung beim Lernen oder in der Ausbildung.
  • dass mir die Erwachsenen ihre Sicht auf die Welt erklären und
    ich meine Perspektive behalten kann
  • jeden Tag zur Schule gehen zu dürfen.
  • auf Hilfe bei den Hausaufgaben.
  • auf Unterstützung, eine Ausbildungsstelle zu finden.
  • bei allen Fragen, die mich interessieren, altersgemäß informiert zu werden
    (siehe Beteiligung).
  • Informationen durch verschiedene Medien zu erhalten (z. B. Tageszeitung, Bücher, Fernsehen, Internet etc.).

Recht auf Beschwerde und Unterstützung

Ich habe das Recht …

  • Dinge anzusprechen, die mir in meiner Gruppe oder in meiner Umgebung Probleme bereiten.
  • mit anderen Kindern, Jugendlichen und/ oder dem Gruppen­sprecher über meine Probleme zu sprechen.
  • mir Hilfe zu holen, wenn ich Unterstützung benötige. Ich kann dann meine Bezugserzieher/In und andere MitarbeiterInnen ansprechen.
  • wenn ich das Gefühl habe, nicht ausreichend gehört oder verstanden zu werden, mich an die Vertrauensperson in der Einrichtung zu wenden.
  • mich bei Beschwerden über die Einrichtung als solche an das Jugendamt
    zu wenden (Adressen hinten!).
  • bei Bedarf Unterstützung zur Kontaktaufnahme bei einer Ombudsstelle zu erhalten (Adressen hinten!).

 

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Interaktives Lernen in unserem Schulprojekt der „Kleinen Schule“

Immer mehr Kinder haben schon im Grundschulalter massive Lernschwierigkeiten und/oder  können sozial den schulischen Anforderungen in Regelschulen nicht gerecht werden. Viele haben große Motivationsprobleme und können einen ganzen Schultag nicht durchhalten.

Für diese Kinder betreibt die Wadzeck-Stiftung das Schulprojekt  „Kleine Schule“. Hier können 12 Kinder in zwei kleinen Klassen erlernen, mit einer schulischen Situation sozial zurecht zu kommen und einen Schulalltag zu meistern. In der Regel besuchen sie unsere Schule für 1 bis 3 Jahre und werden dann in eine Regelschule zurückgeführt.

Das Schaffen eines motivierenden und zeitgemäßen Lernumfeldes ist von entscheidender Bedeutung, die Einbeziehung moderner Technik leistet dabei einen wichtigen Beitrag.

Auf diese Weise kann eine individuelle Lernumgebung geschaffen werden, die es möglich macht, die SchülerInnen ihrem individuellen Lernstand entsprechend zu fördern, ohne diese zunächst in eine zu große Konkurrenzsituation zu bringen.

Die beiden Lerngruppen der Schul- und Tagesgruppe der Wadzeck-Stiftung arbeiten seit ungefähr einem Jahr mit Tablets und dem Lernprogramm Snappet.

Die Mobilität der kleinen und leichten Tablets ermöglicht uns ein Lernen an jedem Ort: zusammen im Klassenraum, einzeln im Nebenraum oder auch im Grünen. Da unsere Schüler altersgemischt von Klasse 1 bis 6 unterrichtet werden, bietet uns das Lernprogramm eine individuelle Differenzierung und Förderung in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik. Jedes Kind kann in seinem Tempo, in seinem Übungsbereich und auf seinem individuellen Leistungsstand arbeiten. Durch das abwechslungsreiche und interaktive Lernmaterial wird die Leistungsbereitschaft der Kinder gefördert. Es gibt Aufgaben, bei denen sie Zahlen oder Wörter schreiben, passende Elemente aussuchen oder verschieben und zuordnen müssen. Die Schüler können aufgrund der klaren Anweisungen eigenständig lernen und erleben sich durch die sofortige Rückmeldung nach jeder Aufgabe erfolgreich. Wurde eine Aufgabe falsch bearbeitet, bekommt das Kind Lösungshinweise und eine zweite Chance zum Lösen. Dies wiederum motiviert sie zum Weiterarbeiten. Sowohl die Lernenden als auch wir Lehrerinnen erhalten über das Lernstandsprofil Einblick in die Leistungsentwicklung jedes Schülers.

Zudem wird im digitalen Zeitalter die Medienkompetenz der jungen Menschen gestärkt.

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„Nur die Besten kommen ins Heim!“

Die Jugendhilfe-Kampagne zur Fachkräftegewinnung der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz geht an den Start. Mit dem Motto „Nur die Besten kommen ins Heim!“ wird auf dem Diakonie-Portal das Arbeiten in Wohngruppen und in anderen sogenannten stationären Wohnformen der Erziehungshilfe vorgestellt.

Über die URL www.die-besten-ins-heim.de gelangen Interessierte auf die Kampagnen-Seite: Erzieherinnen und Erzieher können sich über ausgewählte Themen wie Erlebnispädagogik, Hilfeplanung oder berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten informieren.

Unser Geschäftsführer, Volker Stock, hat in diesem Zusammenhang einen Artikel über „familienähnliche Konzepte“ – dem Wohnen in der Wohngruppe verfasst, der allen beruflich Interessierten und denen, die schon immer wissen wollten, wie sich das Leben im Heim gestaltet, einen ausführlichen Überblick verschafft.

Zu Hause in der Wohngruppe

In sogenannten „innewohnenden“ oder auch „familienanalogen“ Betreuungsformen lassen sich Pädagog_innen im Rahmen stationärer Jugendhilfe auf eine intensive Pädagogik in einem kleinen Rahmen ein. Sie leben mit wenigen Kindern in einem gemeinsamen Haushalt. Zu Gunsten der Möglichkeit einer intensiveren Beziehungsgestaltung und eigenverantwortlicheren Arbeitens verzichten sie dabei auf die sonst übliche klare Trennung von „Privat“ und „Arbeit“.

Schon seit vielen Jahren beschäftigen sich PädagogInnen mit der Frage, wie man Kinder und Jugendliche professionell aber in einem kleineren Rahmen als üblich – eben „familienanalog“ -betreuen kann.

Oft geschieht dies aus dem Gefühl heraus, im Gefüge eines im Schichtdienst organisierten Teams von fünf bis sechs – machmal sogar sieben – ErzieherInnen und SozialpädogogInnen, den individuellen Bedürfnissen des einzelnen Kindes nicht ausreichend gerecht werden zu können. Manchen PädagogInnen bleiben die Beziehungen zu den Kindern in der gängigen Schichtdienstbetreuung zu distanziert, zu beliebig und wechselhaft.

Auch die Bindungsforschung gibt Hinweise darauf, dass es für Kinder einfacher ist, „nachnährende“ Erfahrungen in einem individuelleren, nur auf wenige Erwachsene bezogenen Betreuungsangebot zu machen.
Immer wieder ergibt sich fachdiagnostisch ein entsprechender Bedarf nach Betreuung in einem kleineren Rahmen: Vor allem für Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf, die sich aufgrund ihrer Lebensgeschichte besonders schwertun mit dem Zusammenleben, den emotionalen und sozialen Anforderungen, welche Alltagsleben, Freizeitgestaltung und schulisches Lernen an sie stellen, finden sich in familienanalogen Angeboten besser zurecht.
Auch im Rahmen kinder- und jugendpsychiatrischer Diagnostik und Behandlung kommt es regelmäßig zu der dringenden Empfehlung der Fachärzte: Zur langfristigen Genesung und Entwicklung brauche es eine kleine, übersichtliche Gruppe von Kindern und wenige, kontinuierlich verfügbare erwachsene Bezugspersonen, die mit den Herausforderungen des Zusammenlebens professionell umgehen können.

Vor diesem Hintergrund sind bis heute verschiedene Modelle entstanden, in denen PädagogInnen mit den von Ihnen betreuten Kindern einen gemeinsamen Haushalt teilen und dort gemeinsam mit ihnen Wohnen (daher „Innewohnend“), z.T. werden sie dabei von hinzukommenden PädagogInnen unterstützt. Dies sind vor allem:

  • Erziehungsstellen (EST)
  • Erziehungswohngruppen (EWG)

(In Berlin finden sich zusätzlich seit einigen Jahren die sogenannten Wohngruppen mit alternierend innewohnender Betreuung (WAB). Ob es sich bei diesen rechtlich tatsächlich um ein innewohnendes Modell handelt ist umstritten und befindet sich aktuell in der verwaltungsgerichtlichen Klärung. Zu dieser Thematik und dem Modell an sich findet sich bei Interesse hier ein ausführlicher Artikel.)

Die Modelle unterscheiden sich in Organisationsform, Anzahl der innewohnenden PädagogInnen, sowie auch in der Anzahl der jeweils betreuten Kinder/Jugendlichen.

Die Grundidee der Erziehungsstelle ist die Aufnahme von ein oder zwei Kindern in den eigenen privaten Haushalt des/der PädagogIn. Dort werden die Kinder vollumfänglich betreut.

Im Rahmen einer Erziehungswohngruppe leben 3-6 Kinder mit ein oder zwei innewohnenden PädgogInnen (oft ein/e einzelner/r PädagogIn oder ein Paar) in einem gemeinsamen Haushalt. Die innewohnenden PädagogInnen werden durch stundenweise hinzukommende PädagogInnen unterstützt. Der Umfang dieser Unterstützung hängt von der Anzahl der Kinder ab.

Für Erziehungswohngruppen wird entsprechender Wohnraum i.d.R. von den Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Für Erziehungsstellen wird häufig der private Wohnraum des/r PädagogIn genutzt. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn bereits eigene Kinder des/der PädagogIn im Haushalt leben. Auch in Erziehungswohngruppen ist es manchmal gegeben, dass Angehörige der/des innewohnenden PädagogIn mit im gemeinsamen Haushalt leben.

In Berlin regelt der Berliner Rahmenvertrag Jugendhilfe die Grundlagen für Personalstruktur und Vergütung der einzelnen familienanalogen Angebote. Auf dieser Grundlage vereinbaren die einzelnen Einrichtungen/Träger die konkrete Umsetzung mit der Senatsverwaltung und schließlich mit den an dieser besonderen Betreuung interessierten PädagogInnen.

Gemeinsam ist allen innewohnenden Betreuungsformen, dass in Ihnen die Grenze zwischen „Arbeit“ und „Privat“ nicht mehr eindeutig zu ziehen ist. Entsprechend kann auch nicht wie sonst üblich, eine feste Wochenarbeitszeit gelten.
Diesem Umstand trägt der Gesetzgeber mit dem §18 des Arbeitszeitgesetzes Rechnung, der es engagierten PädagogInnen schon seit vielen Jahren gestattet, sich für familienähnliche Betreuungsmodelle zu entscheiden und öffentlichen wie freien Trägern der Jugendhilfe zu ermöglichen, solche Angebote rechtskonform zu kreieren. Viel Kinder konnten auf dieser Grundlage gesunden und von einem ihnen angemessenen Lebensort profitieren.

Um den PädagogInnen vor diesem Hintergrund einen materiellen Ausgleich für den besonderen Einsatz zu ermöglichen, den die Arbeit in innewohnenden Angeboten ohne Zweifel bedeutet – insbesondere für das weit über die klassische Wochenarbeitszeit hinausgehende Engagement, das damit verbunden ist – wurden im Berliner Rahmenvertrag Jugendhilfe zusätzliche Vergütungsanteile festgelegt. So sind, je nach Angebot und Anzahl der Kinder, Gehaltsaufschläge für die innewohnenden Pädagogen bis zu ca. 50% möglich.

Es ist gerade diese Kombination aus überdurchschnittlicher Vergütung, eigenständigem Arbeiten sowie der Möglichkeit zu einer sehr intensiven und individuellen Pädagogik, die für viele PädagogInnen den Tätigkeitsbereich „Innewohnen“ so interessant macht. Die zusätzliche Einbettung in das professionelle und unterstützende Gesamtgefüge eines diakonischen Trägers mit den Möglichkeiten zu Supervision, Fortbildung und Fachberatung sorgen für ein durchaus „besonderes“ aber somit auch hochattraktives Arbeitsfeld.

Autor: Volker Stock (Wadzeck-Stiftung)