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Wohngruppen mit alternierend innewohnender Betreuung
Familienanaloge Wohngruppen der
Wadzeck-Stiftung für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen
nach SGB VIII § 34
Die Wadzeck-Stiftung hat schon 1995 das
Betreuungssetting WaB, - Wohngruppe mit alternierend innewohnender
Betreuung - entwickelt, das mittlerweile eine in den Berliner
Leistungsbeschrei-bungen anerkannte und in vielen anderen Einrichtungen
praktizierte Betreuungsform geworden ist.
In diesem Betreuungskonzept werden in aller Regel 6 Kinder im Alter von
6 – 14 Jahre (Aufnahmealter) von 3 Erzieher/innen in einer
familienanalog gegliederten, meist heterogen zusammengesetzten Gruppe
betreut. Jeder Gruppe ist eine Mitarbeiterin des
Pädagogisch-Therapeutischen Leitungsteam zugeordnet, die neben den
Leitungs- und Koordinationsaufgaben insbesondere die Eltern und
Familienarbeit verantwortlich durchführt. Jede Gruppe wird von einer
Hauswirtschafterin unterstützt.
Durch das alternierende Betreuungsmodell, in dem immer ein/e Erzieher/in
über mehrere Tage hintereinander im Dienst und für die Kinder und Eltern
verlässlicher Ansprechpartner ist, wird die Gruppe regelmäßig und rund
um die Uhr betreut. Durch dieses Betreuungsmodell ist es an vielen
Tagen möglich, eine Doppelbetreuung an den Nachmittagen zu
gewährleisten.
Die Metropolis, Colorado, Phönix, Orion, und
Kolibri befinden sich im Haupthaus
der Wadzeck-Stiftung in der Drakestraße in Steglitz-Zehlendorf.
Vela,
Pegasus und Panorama heißen unsere drei Außenwohngruppen, die sich in der Groß-Ziethener Straße im südlichen Tempelhof in zwei übereinander
liegenden Wohnetagen mit einer schönen Gartenanlage innerhalb einer
größeren Wohnbausiedlung befinden.
Alle Kinder haben in der Regel ein Einzelzimmer. Zu dem Gruppenbereich
gehört ein großes Wohnzimmer, Küche, zum Teil mit integriertem
Essbereich, zwei bzw. drei Bäder und Toiletten, Betreuerzimmer und Büro.
Die Altersstruktur in den einzelnen Gruppen ist zum Teil sehr
unterschiedlich. Bedingt dadurch muss jedes Kind bzw. Jugendliche gemäß
seiner körperlichen Entwicklung gefördert und in seinen altersgemäßen
Bedürfnissen berücksichtigt werden. Darüber hinaus werden im Rahmen der
Hilfeplanung und bei altersgemäßer Beteiligung des jeweiligen
Kindes/Jugendlichen Ideen für die soziale, emotionale und psychische
Entwicklung entwickelt und in Teilzielen differenziert und umgesetzt.
Die Kinder bzw. Jugendlichen in der Wadzeck-Stiftung sollen dazu
angeregt werden, ihre Freizeit soweit wie möglich eigenständig zu
gestalten. Unternehmungen mit Klassenkameradinnen und anderen
"Außenstehenden" werden begrüßt und unterstützt. Die Einbindung in
Sportvereine und kulturelle Institutionen wird gefördert, um dem Kind
bzw. dem Jugendlichen die Möglichkeiten zu bieten, stabile
Freundschaften auch außerhalb seiner Wohngruppe zu knüpfen. Zum anderen
sind gemeinsame Aktivitäten mit der gesamten Wohngruppe nötig und
sinnvoll, um das Sozialverhalten in der Gemeinschaft zu fördern. Auch
gemeinsame Reisen und Wochenendausflüge fördern den Zusammenhalt in der
Wohngruppe.
Der Kontakt des Kindes zu seiner Familie wird ausdrücklich gewünscht und
von uns unterstützt, sofern sich daraus keine negativen Folgen
hinsichtlich der weiteren Entwicklung ergeben.
Damit - je nach Zielvereinbarung - eine Rückkehr in die Familie möglich
wird, ist es unerlässlich, den Kontakt des Kindes bzw. Jugendlichen mit
seiner Familie zu fördern. Dies geschieht in der Regel durch regelmäßige
Wochenend- bzw. Ferienbesuche. Ferner bieten wir den Eltern die
Möglichkeit, sich aktiv am Heimalltag zu beteiligen. Dies kann im
Bereich der Hausaufgabenhilfe, in der Freizeitgestaltung u.ä. liegen.
Bei erheblichen Schulproblemen kann das Kind durch Aufnahme im
Schulprojekt der Stiftung in einem individuellen Förderprogramm auf die
Reintegration in eine Regelschule vorbereitet werden. Für diese
individuelle Zusatzleistung entsteht ein gesonderter Kostenrahmen.
Selbstverständlicher Standard ist bei uns die Zusammenarbeit mit den
Eltern.
Dies erreichen wir durch die Teilnahme der Eltern an einzelnen oder
mehreren von der Stiftung angebotenen Modulen der Eltern- und
Familienarbeit, die folgende Maßnahmen umfassen
Regelmäßige Gespräche mit den Eltern (gemeinsame Gespräche zwischen
Familientherapeuten und Erziehern aus der Gruppe)
• über die schulische Situation des Kindes
• über die persönliche Entwicklung des Kindes
• über die \/Vochenend- und Ferienbeurlaubungen
• über Themen, die die Eltern oder andere Beteiligte mit in die Bera-ung
einbringen
Teilnahme an einer Elterngruppe nach dem Modell „Starke Eltern – Starke
Kinder“
Hausbesuche bei den Eltern
Mitarbeit im Elterncafe
Nicht alle Kinder und Jugendlichen können in ihre Familien zurückkehren.
Diese jungen Menschen haben anhaltende Unterstützung nötig auf dem Weg
zu ihrer persönlichen und sozialen Stabilisierung, bei dem Erreichen
eines Schul- bzw. Berufsabschlusses und einer individuellen Lebens- und
Arbeitsperspektive. Neben der auch in diesen Fällen notwendigen Klärung
von Familienbeziehungen spielt die Entwicklung sozialer Kompetenz, die
Hilfe zur Selbsthilfe und der Entwicklung von Fähigkeiten zur
selbständigen Lebensführung eine immer zentralere Rolle.
Über die hier dargestellte Betreuungsform ist mit der zuständigen
Fachverwaltung des Senats von Berlin eine Leistungs-, Qualitäts- und
Entgeldvereinbarung geschlossen worden.
Bei Fragen zur Unterbringung in diese stationäre Betreuungsform wenden
sich Interessierte an s.o.
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