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1. Ziel des Schulprojekts Wadzeck-Stiftung
Oberstes Ziel des Schulprojekts Wadzeck-Stiftung ist die
Reintegration der Schülerinnen und Schüler in die Regelgrundschule.
2. Zielgruppe
Im Schulprojekt Wadzeck-Stiftung werden Schülerinnen und Schüler der
Grundschule (Klasse 1 bis 6) beschult, deren Schwierigkeiten im Bereich
des sozialen Handelns und/oder des emotionalen Erlebens eine
erfolgreiche schulische Bildung in einer Regelschule nicht möglich
machen. Häufig haben die Schülerinnen und Schüler einen
sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich „emotional-soziale
Entwicklung“.
Alle SchülerInnen leben in einer Wohngruppe oder besuchen eine der
Tagesgruppen der Wadzeck-Stiftung.
3. Die Arbeit in den Lerngruppen
Im Schulprojekt Wadzeck-Stiftung gibt es zurzeit zwei Lerngruppen
mit je 6 Schülerinnen und Schülern, die von einem interdisziplinären
Team bestehend aus Sonderpädagoginnen und Sozialpädagoginnen
unterrichtet werden.
Die Schülerinnen und Schüler werden täglich von 8.15 Uhr bis 13.00
Uhr, dienstags und freitags bis 12.00 Uhr unterrichtet. Der Schultag
gliedert sich in drei bzw. vier Arbeitsphasen á 45 Minuten, die von
mindestens 15minütigen Pausen unterbrochen sind. Täglich unterrichtet
werden die Kernfächer Deutsch und Mathematik, darüber hinaus erhalten
die Schülerinnen und Schüler – je nach Jahrgangsstufe - Unterricht in
den Fächern Sachkunde, Musik, Kunst, Sport, Geschichte, Erdkunde und
Naturwissenschaften.
3.1 Leitgedanken des Schulprojekts
Im Schulprojekt Wadzeck-Stiftung wird der Ansatz des „Ganzheitlichen
Lernens“ verfolgt. Das heißt, dass nicht nur intellektuelle und
schulische Bereiche gefördert werden sondern auch soziale und
persönlichkeitsbezogene Entwicklungsprozesse Bestandteil des
Förderkonzepts sind. Ganzheitliches Lernen umfasst also sämtliche, die
Persönlichkeit des Kindes betreffenden Bereiche.
Schülerinnen und Schüler, die im Schulprojekt der Wadzeck-Stiftung
unterrichtet werden, gerieten in ihrer Stammschule meist durch ihre
Verhaltensprobleme in eine Außenseiterrolle bei MitschülerInnen und
LehrerInnen und hatten so nur selten Gelegenheit, angemessene
Sozialkontakte zu knüpfen bzw. angemessene soziale Verhaltensweisen
einzuüben. Aus diesem Erfahrungsschatz heraus haben sich meist ein
negatives Selbstbild, Versagensängste, Aggressionen oder Depressionen,
Verweigerungshaltungen und oft auch autoaggressive Verhaltensweisen
entwickelt und/oder bereits verfestigt. Diese Denk- und Verhaltensmuster
gilt es aufzulösen und durch neue, positive und gesellschaftskonforme
Denk- und Verhaltensmuster zu ersetzen, damit die Schülerinnen und
Schüler wieder die Regelgrundschule besuchen und den dortigen
schulischen Anforderungen entsprechen können.
Dies wird über individuelle Förderpläne für jedes Kind, denen ein
umfassendes Förderkonzept zugrunde liegt, realisiert. Das Förderkonzept
umfasst die Bereiche Verhalten/Sozialisation und Schulleistungen. Dabei
überschneiden sich in der täglichen Arbeit die Maßnahmen und Ziele
einzelner Schwerpunkte aus beiden Förderkonzeptteilen.
3.2 Förderziele „Soziale Kompetenzen“
- Aufbau eines positiven Selbstbildes
- Aufbau oder Stärkung der Selbstkontrolle
- Stabilisierung des Sozialverhaltens, Steigerung der Gruppenfähigkeit
- Reflexion des eigenen Verhaltens
- Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln
- Aufbau alternativer Handlungs- und Konfliktlösungsstrategien
- Abbau von Aggressionen
3.4 Förderziele „Schulische Qualifikation“
- Aufbau der Lernmotivation
- Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und der Aufmerksamkeit
- Erlernen und Einüben von unterschiedlichen Arbeitstechniken
- Erkennen der persönlichen Stärken und Schwächen, realistische
Einschätzung des eigenen Könnens
- Schließen von Wissenslücken entsprechend der Jahrgangsstufe, Nachholen
des versäumten Schulstoffs
- Umgang mit Frustrationen und schulischen Misserfolgen, Erhöhung der
Frustrationstoleranz
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Aufnahmekriterien:
Kinder, die im Schulprojekt beschult werden, müssen grundsätzlich
stationär oder teilstationär in der Wadzeck-Stiftung untergebracht sein.
Überleitung / Begleitung in die Regelschule
Eine Überleitung vom Schulprojekt in die Regelschule verstehen wir
als Prozess. So ist dieser Übergang bei jedem Kind individuell zu
vereinbaren und den Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. In der Regel
besuchen Kinder des Schulprojektes Stunden- oder Phasenweise den
Regelunterricht in Begleitung eines Mitarbeiters des Schulprojektes.
Nach und nach soll das Kind auch alleine im Unterricht verbleiben und
die Besuchszeit erweitert werden.
Ist es zu erkennen, dass ein Schulbesuch unproblematisch ist, soll das
Kind schnell voll in die Regelschule integriert werden.
Sollte ein begleiteter Schulbesuch über längere Zeit oder regelmäßig
über mehrere Tage in der Woche nötig sein, muss überprüft werden ob
durch die Regelschule (Schulhelfer) oder die Eltern eine Begleitung
organisiert werden kann.
Kosten
Der aktuelle Tagesatz beträgt 31,67 EUR.
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