Schulprojekt „Kleine Schule am Wald“

Das Konzept der „Kleine Schule am Wald“ ist in das Gesamtkonzept der pädagogischen Arbeit im Kinderdorf Märkische Heide integriert und wurde für Kinder im Wadzeck-Stfitung-Schulprojekt-5.2.Grundschulalter entwickelt. Die in der Einrichtung stationär betreuten Kinder weisen bei ihrer Aufnahme überwiegend Verhaltens- und emotionale Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen sowie Entwicklungsstörungen in den Bereichen Sprache, motorische Funktionen und schulische Fertigkeiten auf. Vor der Aufnahme fand oft kein geregelter Schulbesuch statt, entweder aufgrund einer massiven Schulverweigerung oder der Nicht-Integrierbarkeit in einer Regelklasse. Das Schulprojekt „Kleine Schule am Wald“ bietet die Möglichkeit, bei den betroffenen Kindern Freude am Lernen zu entwickeln und sie in Kleingruppen so zu fördern, dass sie mittelfristig eine Regel- oder Förderschule besuchen können.

Zur Aufnahme in das Schulprojekt findet eine umfassende Leistungsdiagnostik statt, um den tatsächlichen Entwicklungsstand des Kindes festzustellen. Getestet werden neben allgemeiner Intelligenz auch Sprache, Aufmerksamkeit, allgemeines Schulleistungspotenzial sowie Fein- und Grobmotorik. Ausgehend von der Leistungsdiagnostik wird ein auf das Kind zugeschnittener Lehr- und Therapieplan erarbeitet, der sich an den bisher erworbenen Fertigkeiten orientiert. Vorhandene Kompetenzen und Ressourcen werden in den Vordergrund gestellt, positiv eingesetzt und verstärkt.

Wadzeck-Stiftung-Schulprojekt-5.2.-(2)Bei der „Kleinen Schule am Wald“ werden regelmäßig bis zu sechs Kindern in Kleingruppen von einer Integrationspädagogin, einer psychologischen Fachkraft und einer weiteren pädagogischen Fachkraft betreut. Der Unterricht findet zwischen 09.00 Uhr und 13.00 Uhr in vier Unterrichtseinheiten á 45 Minuten statt. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt in den Grundlagenfächern Deutsch und Mathematik. Innerhalb der Unterrichtszeit werden in Zusammenarbeit mit einer Berliner Kinderarztpraxis weitere therapeutisch-pädagogische Inhalte wie beispielsweise soziales Kompetenztraining, Lern- und Aufmerksamkeitstraining sowie Entspannungstechniken angeboten. Einmal im Monat findet mit der gesamten Lerngruppe eine Projektwoche statt. Hier liegt der Schwerpunkt auf gemeinsamem Bearbeiten von Themen aus Natur, Technik, Umwelt und historischen Errungenschaften.

Die Förderungsdauer im Schulprojekt „Kleine Schule am Wald“ ist sehr unterschiedlich und wird den individuellen Bedürfnissen der Kinder angepasst. Frühestens nach sechs bis zwölf Monaten kann an einen Übergang in die Regelschule gedacht werden. Bereits während der Förderung wird eine geeignete Grundschule oder Förderschule in der Region bzw. bei geplanter Familienrückführung in am Wohnort gesucht und der Kontakt hergestellt. In der Übergangsphase werden Schulbesuche und in Absprache mit dem Schulamt ein verkürzter Unterricht als Eingewöhnungsphase organisiert sowie ein regelmäßiger Austausch gepflegt.