Ambulante Familienaktivierung

Dieses von der Wadzeck-Stiftung entwickelte ambulante Betreuungskonzept richtet sich an Familien, die mit schwierigen Situationen in der Erziehung überfordert sind und sich in einer akuten Krisensituation befinden. Voraussetzung ist eine erkennbare Bereitschaft zur Wadzeck-Stiftung-Ambulante-Familienaktivierung-4.2.-(2)Mitarbeit. Die Hilfe findet in der Regel in aufsuchender Form statt, das heißt die Familie wird zu Hause von einer erfahrenen sozialpädagogischen Fachkraft besucht, betreut und beraten. Bei komplexen Problemlagen wird zusätzlich eine familientherapeutisch bzw. systemisch ausgebildete Mitarbeiterin tätig.

Die Dauer der Hilfe ist, je nach Bedarf kurzfristig (ca. drei Monate), mittelfristig (sechs Monate bis ein Jahr) oder langfristig (ein bis zwei Jahre) angelegt. Die Termine sind nicht an festliegende Dienstzeiten gebunden. Im Krisenfall bieten die FAKT Mitarbeiter eine Rufbereitschaft an.

Schwerpunkte der Familienaktivierung sind Erkennen und Stärken von Ressourcen der Familie sowie der ihrer Mitglieder, Entlastung im Alltag (ohne wichtige Funktionen der Familie zu übernehmen), Konflikt-management, Vermittlung von Erziehungsverantwortung und „Lust am Elternsein“. Die Familie soll zu einem neuen Gleichgewicht kommen, um ihre Aufgaben und Funktionen zufriedenstellend auszufüllen. Weitere Erziehungshilfen sollen vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert werden.

Wadzeck-Stiftung-Ambulante-Familienaktivierung-4.2.Unsere Arbeit gliedert sich in drei Phasen, wobei wir die erste Phase speziell für die immer größer werdende Gruppe der Multiproblemfamilien entwickelt haben. Denn dort, wo mehrfach belastende Umstände seit vielen Jahren bestehen, führen die sonst üblichen reflektierenden Gespräche in der Anfangsphase kaum zu einem Ergebnis. Hier gilt es, mit „aktivem Tun“ die Umstände zu beseitigen, die den Verbleib der Kinder im elterlichen Haushalt gefährden. Beispielsweise die Wohnung zu „entmüllen“, eine Schuldnerberatung aufsuchen, einen Entgiftungs- oder Therapieplatz finden und falls erforderlich, die Kinder kurzfristig in einer Kriseneinrichtung unterbringen.

Erst in der zweiten Phase wenden wir uns dann der Erfassung und Aufarbeitung der ursächlichen Probleme zu und arbeiten intensiv an einer stabilen Verhaltungsänderung und einem konsequenten Erziehungs-verhalten. Familien, die durch aktuelle Auslöser wie zum Beispiel Scheidung oder psychische Erkrankung der Eltern zwar in eine Krise geraten sind, aber ansonsten über einen relativ stabilen Hintergrund verfügen, steigen direkt in die zweite Phase ein.

Die ersten beiden Phasen sind eher stundenintensiv, in der dritten Phase reduziert sich der Einsatz kontinuierlich. Sie ist gekennzeichnet durch die Stabilisierung der Lebenssituation und dem Ablösungsprozess von unserer Hilfe. Je nach Belastung der Familie kann die Dauer dieser Nachbetreuung drei Monate bis mehr als ein Jahr dauern.